Menopause & Perimenopause Basel – Was Physiotherapie für Frauen wirklich bewirken kann
- Suna Kaiser

- vor 2 Tagen
- 7 Min. Lesezeit

Die Wechseljahre sind keine Krankheit. Aber sie sind eine tiefgreifende hormonelle Umstellung, die den Körper – und oft auch die Seele – auf eine Probe stellt, auf die viele Frauen schlicht nicht vorbereitet sind. Gelenkschmerzen, die plötzlich auftauchen. Schlaf, der sich verändert. Ein Beckenboden, der nicht mehr so zuverlässig funktioniert wie früher. Brain Fog. Hitzewallungen. Stimmungsschwankungen.
Das Frustrierende: Viele dieser Beschwerden werden als «normal für dein Alter» abgetan. Dabei gibt es für einen Grossteil davon wirksame, evidenzbasierte Therapieansätze – und Physiotherapie steht dabei ganz oben auf der Liste.
Bei PhysioBasel begleiten wir Frauen in der Peri- und Postmenopause mit einem Angebot, das über klassische Physiotherapie hinausgeht: Beckenboden, Gelenke, Knochen, Psyche – der weibliche Körper in der Lebensmitte verdient einen ganzheitlichen Blick.
Die Phasen der Wechseljahre – ein Überblick
Viele Frauen erwarten eine klare Zäsur zwischen Zyklus und Menopause. In der Realität verläuft diese Umstellung wellenförmig. Ein Monat fühlt sich fast normal an, der nächste bringt Schlafprobleme, Brustspannen, Gereiztheit oder Hitzewallungen – ohne offensichtlichen Auslöser.
Die vier Phasen im Überblick:
Prämenopause: Der Zyklus läuft noch, aber erste hormonelle Veränderungen sind spürbar – verändertes PMS, Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen.
Perimenopause: Im Schnitt sind Frauen knapp 48 Jahre alt, wenn die Perimenopause bei ihnen beginnt. Die Zyklen werden unregelmässiger, die Symptome oft ausgeprägter. Östrogen schwankt stark – mit direkten Folgen für Gelenke, Muskulatur, Beckenboden und Gehirn.
Menopause: Der Zeitpunkt der letzten Regelblutung – rückblickend bestimmt, wenn zwölf Monate keine Blutung aufgetreten ist. Das durchschnittliche Alter in der Schweiz liegt bei etwa 51 Jahren.
Postmenopause: Die Zeit danach, in der dauerhafter Östrogenmangel Schleimhäute, Haut, Knochen und Stoffwechsel prägt.
Östrogen – das unterschätzte Schutzhormon des Bewegungsapparats
Östrogen ist weit mehr als ein Reproduktionshormon. Es schützt Gelenke, Knochen, Faszien und Muskeln – und sein Rückgang hinterlässt Spuren im gesamten Bewegungsapparat.
Östrogen beeinflusst nicht nur die Stabilität von Knochen und Muskeln, sondern schützt auch vor chronischen Entzündungen, fördert die Regeneration und sorgt für eine optimale Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln. Der Rückgang dieses Hormons in der Perimenopause gleicht einem Dominoeffekt: Fehlt der Schutz, gerät das fein abgestimmte Zusammenspiel aus Muskel- und Knochengesundheit aus dem Gleichgewicht – oft mit schmerzhaften und langfristigen Folgen.
Dazu kommt: Östrogen wirkt wie ein natürliches Schmerzmittel – wenn es weniger wird, werden Frauen schmerzempfindlicher.</cite> Viele Frauen bemerken in der Perimenopause, dass sie Schmerzen, die früher kaum der Rede wert waren, nun viel intensiver wahrnehmen.
Gelenkschmerzen in der Menopause – das «Muskuloskelettale Menopausesyndrom»
Wissenschafter:innen haben 2024 den Begriff «Muskuloskelettales Syndrom der Menopause» neu eingeführt, um auf die Rolle des sinkenden Östrogenspiegels im Zusammenhang mit Beschwerden des Bewegungsapparates aufmerksam zu machen.
Gelenkschmerzen können bereits in der Perimenopause beginnen und sich in der Postmenopause fortsetzen. Studien zeigen, dass viele Frauen während der ersten Jahre nach der Menopause unter Gelenkschmerzen leiden, wobei die Beschwerden im Durchschnitt über einen Zeitraum von 4 bis 5 Jahren andauern können.
Häufig berichten Frauen von steifen und geschwollenen Gelenken. Vor allem Rücken, Hände und Knie sind betroffen. Die Gelenkschmerzen können so stark sein, dass sie das alltägliche Leben beeinträchtigen und die Mobilität einschränken. Typischerweise sind die Beschwerden besonders intensiv morgens nach dem Aufstehen oder nach längerer sitzender Tätigkeit.
Was viele nicht wissen: Auch die Frozen Shoulder (eingefrorene Schulter) tritt deutlich häufiger in der Perimenopause auf – durch die hormonellen Veränderungen wird das Bindegewebe der Gelenkkapsel anfälliger. Mehr dazu in unserem Frozen-Shoulder-Blog.
Was hilft bei menopausalen Gelenkschmerzen?
Frauen, die unter starken Gelenk- und Muskelschmerzen im Rahmen des Muskuloskelettalen Menopausesyndroms leiden, können die Beschwerden mit gesunder Ernährung und körperlichem Training – besonders Krafttraining oder Pilates – oft bessern.
Bei PhysioBasel bieten wir gezieltes Kraft- und Beweglichkeitstraining als Teil der Medizinischen Trainingstherapie (MTT) an – spezifisch auf die Bedürfnisse von Frauen in der Perimenopause und Postmenopause ausgerichtet. Gelenke mobilisieren, Muskulatur aufbauen, Schmerzschwelle senken – evidenzbasiert und individuell.

Beckenboden in der Menopause – das tabuisierte Thema
Durch das Abfallen der körpereigenen Hormone in der Menopause, besonders der Östrogene, kann es passieren, dass bei der Betroffenen Urin- oder Stuhlverlust oder Senkungsbeschwerden auftreten. Verständlicherweise wird Inkontinenz als peinliches Problem empfunden; soziale Aktivitäten unterbleiben, weil «die Blase regiert».</cite>
Die Zahlen sind eindeutig: Etwa zwei Drittel aller Frauen haben nach der Menopause hin und wieder oder dauerhaft Probleme mit ihrer Blase.</cite> Und doch sprechen die wenigsten darüber.
Da bei den Diagnosen Belastungsinkontinenz, gemischte Inkontinenz und Beckenorganprolaps eine Level-1-Evidenz für Beckenbodentraining gilt, ist es essenziell, die Beckenboden-Physiotherapie bereits frühzeitig ins Behandlungsmanagement zu integrieren.
Mit anderen Worten: Beckenbodentraining durch ausgebildete Physiotherapeutinnen ist die erste und wirksamste Massnahme bei Inkontinenz in der Menopause – weit vor operativen Eingriffen.
Studien zeigen, dass durch regelmässiges Beckenbodentraining eine leichte Senkung dauerhaft um einen Grad verbessert werden kann. Wichtig ist Geduld: In Leitlinien wird empfohlen, dass das Training mindestens sechs Monate mit wöchentlicher Physiotherapie und einem Heimübungsprogramm durchgeführt werden soll.</cite>
Was bringt Beckenbodentraining konkret?
Über die Inkontinenz hinaus wirkt gezieltes Beckenbodentraining auf mehrere Bereiche: Beckenbodentraining stärkt die Durchblutung und beugt so einer zunehmenden Scheidentrockenheit vor. Ausserdem nehmen Frauen, die ihre Beckenbodenmuskeln bewusst spüren und anspannen können, sexuelle Reize in der Regel intensiver wahr.
Das Beckenbodentraining bei PhysioBasel umfasst:
Individuelle Befundung durch spezialisierte Therapeutinnen
Wahrnehmungsschulung für die richtige Aktivierung und Entspannung
Aufbautraining mit Heimübungsprogramm
Begleitung über den gesamten Therapieverlauf
Brain Fog in der Menopause – wenn der Kopf nicht mehr mitmacht
Kognitive Beschwerden sind in den Wechseljahren häufig und mit einer reduzierten Lebensqualität verbunden. Seit der Pandemie ist der Begriff «Brain Fog» bekannt – er wird nun zunehmend auch im Kontext der Wechseljahre gebraucht.</cite>
Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit, das Gefühl, nicht mehr klar denken zu können – Brain Fog in der Menopause ist real und biologisch erklärbar. Östrogen hat direkte Wirkungen auf das Gehirn: Neurotransmitter-Regulation, Entzündungsschutz, Durchblutung des Kortex.
Was helfen kann: Regelmässige Bewegung (nachweislich einer der stärksten Schutzfaktoren für kognitive Gesundheit), Stressreduktion, ausreichend Schlaf und – aus unserer Erfahrung – die Kombination aus körperlicher Aktivierung und ganzheitlichen Entspannungsansätzen.
Im Gesundheitszentrum Basel bieten wir ergänzend die IHHT-Höhentherapie an, die nachweislich die Mitochondrienfunktion und damit die zelluläre Energieversorgung des Gehirns verbessert – ein direkter Ansatz gegen Erschöpfung und Brain Fog.
Ergänzend kann auch die MCS-Biohackingkammer mit Lichttherapie sinnvoll sein: Gezielt eingesetzte Lichtreize unterstützen den Tag-Nacht-Rhythmus, können die Stimmung positiv beeinflussen und helfen vielen Frauen, wieder mehr Energie und innere Stabilität aufzubauen.
Osteoporose-Prävention – jetzt handeln, bevor es zu spät ist
Mit dem Rückgang des Östrogenspiegels beschleunigt sich der Knochenabbau erheblich. In den ersten fünf bis zehn Jahren nach der Menopause kann der Knochenabbau besonders rasch voranschreiten – ohne dass Frauen es bemerken, bis ein Knochenbruch passiert.
Die gute Nachricht: Krafttraining ist die wirksamste nicht-medikamentöse Massnahme zur Osteoporose-Prävention. Studien zeigen konsistent, dass mechanische Belastung des Knochens durch Krafttraining die Knochendichte erhält oder sogar verbessert – auch in der Postmenopause.
Die Medizinische Trainingstherapie (MTT) bei PhysioBasel setzt gezielt auf knochenbelastendes Training – angepasst an deinen aktuellen Gesundheitszustand, deine Gelenke und deine Ziele. Nicht irgendein Fitnessprogramm, sondern therapeutisch begleitetes, evidenzbasiertes Training.
TCM und Akupunktur in den Wechseljahren
Die Traditionelle Chinesische Medizin begleitet Frauen in der Menopause seit Jahrhunderten – und wird heute durch zunehmend gute wissenschaftliche Evidenz gestützt.
Aus TCM-Sicht sind Wechseljahresbeschwerden häufig auf eine Schwächung des Nieren-Yin zurückzuführen – dem kühlenden, aufbauenden Prinzip des Körpers. Hitzewallungen, Schlafstörungen, trockene Schleimhäute und Erschöpfung lassen sich in diesem Konzept gut erklären und behandeln.
Bereits in unserem Akupunktur-Blog zur Zyklusgesundheit haben wir beschrieben, wie TCM-Methoden den weiblichen Zyklus und die Wechseljahre begleiten können.
Bei unserem Schwesterbetrieb Akupressur Massage Basel stehen speziell für Frauen in der Perimenopause folgende TCM-Angebote zur Verfügung:
Akupunktur – gut belegt bei Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen in der Menopause
Tuina-Massage – löst muskuläre Spannungen, die durch hormonelle Veränderungen entstehen
Moxibustion – Wärmetherapie, die das Yang stärkt und bei Erschöpfung und Kälteempfindlichkeit in der Postmenopause wirkt
Schröpfen – fördert die Durchblutung und löst Gewebeverhärtungen

Ganzheitliche Unterstützung im Gesundheitszentrum Basel
Die Menopause ist kein isoliertes Hormonevent – sie betrifft den ganzen Körper und häufig auch die Psyche. Im Gesundheitszentrum Basel, direkt verbunden mit PhysioBasel, bieten wir ergänzende Angebote, die Frauen in dieser Lebensphase gezielt unterstützen:
Shiatsu Basel: Shiatsu arbeitet über Meridianpunkte und kann Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen und chronische Erschöpfung – drei der häufigsten Menopause-Beschwerden – nachhaltig lindern.
Körperschallliege: Tiefe Klangschwingungen mit Infrarotwärme aktivieren den Parasympathikus und helfen dem Nervensystem, aus dem chronischen Stressmodus herauszukommen – besonders wertvoll für Frauen, deren Schlaf und Stressresilenz in der Menopause leiden.
IHHT – Höhentherapie: Die IHHT-Therapie stärkt die Mitochondrienfunktion und kann gezielt gegen Erschöpfung und nachlassende Energie wirken – zwei der häufigsten Klagen von Frauen in der Perimenopause.
Eisbad / Cold Plunge: Regelmässige Kälteexposition kann Entzündungsmarker reduzieren, die Stimmung heben und das Nervensystem regulieren – ein zunehmend gut belegter Ansatz auch für die Menopause.
MCS-Biohackingkammer mit Lichttherapie: In der MCS-Biohackingkammer kombinieren wir moderne Regenerationsimpulse mit gezielter Lichttherapie. Gerade in der Perimenopause, wenn Schlaf, Stimmung, Energie und Stressresilienz ins Wanken geraten, kann Lichttherapie den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus unterstützen und dem Nervensystem helfen, wieder mehr Orientierung zu finden. Sie ist eine sanfte Ergänzung zu Bewegung, Physiotherapie, IHHT und Entspannungsbehandlungen – besonders für Frauen, die sich erschöpft, innerlich unruhig oder dauerhaft «nicht ganz bei sich» fühlen.
Was du selbst tun kannst – Empfehlungen aus der Praxis
Krafttraining: Die wichtigste Einzelmassnahme. Mindestens 2–3 Mal pro Woche – für Knochen, Muskeln, Gelenke, Gehirn und Stimmung.
Protein erhöhen: In der Postmenopause steigt der Proteinbedarf. Eine ausreichende Proteinzufuhr erhält Muskelmasse und unterstützt die Knochengesundheit.
Schlafroutine schützen: Schlechter Schlaf verstärkt nahezu alle Menopause-Symptome. Regelmässige Schlafzeiten, kühles Schlafzimmer und Entspannungsrituale (Atemübungen, Shiatsu, Körperschallliege) helfen.
Stress aktiv managen: Chronischer Stress verschlimmert Hitzewallungen, Schlafstörungen und kognitive Symptome. Bewegung, Natur, Atemübungen und gezielte Therapien sind wirkungsvoller als Durchhalten.
Früh zum Beckenboden: Warte nicht, bis Inkontinenz ein Problem ist. Präventives Beckenbodentraining ab der Perimenopause schützt langfristig.
Fazit
Die Menopause ist ein Lebensabschnitt – kein Schicksal. Mit dem richtigen Wissen und den richtigen Therapieansätzen lassen sich die meisten Beschwerden deutlich lindern oder verhindern. Physiotherapie, Beckenbodentraining, gezieltes Krafttraining, TCM und ganzheitliche Gesundheitsangebote greifen dabei ineinander.
Bei PhysioBasel und im Gesundheitszentrum Basel begleiten wir Frauen in der Perimenopause, Menopause und Postmenopause – mit einem Angebot, das so individuell ist wie jede Frau selbst.
Du möchtest wissen, was zu dir passt? Buche ein Erstgespräch bei uns – an einem unserer Standorte in Basel oder Oberwil, oder direkt online unter physio-basel.ch.
Autor: PhysioBasel Team | Physiotherapie, Frauengesundheit und Training in Basel und Oberwil


Kommentare